Thermografie am Haus: Wärmebilder zeigen Schwachstellen

Lesedauer 3 Min.
Wohn-Essbereich mit großen Skylights und Terrassenfenstern | VELUX Magazin
Ihre Heizkostenabrechnung fällt Jahr für Jahr trotz aller Einsparversuche höher aus? Das könnte daran liegen, dass Wärme unbeabsichtigt aus Ihren vier Wänden entweicht. Die Methode der Gebäudethermografie hilft Ihnen dabei, Schwachstellen an Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Hauptursachen für Wärmeverluste am Haus

Die Gründe für Wärmeverluste am Haus können vielschichtig und manchmal gar nicht so leicht zu identifizieren sein. Häufig werden sie durch eine unzureichend isolierte Gebäudehülle verursacht. Auch eine fehlende Dachdämmung kann verantwortlich dafür sein, dass Heizwärme verloren geht. Dasselbe gilt für:

  • undichte Türen
  • unisolierte Heizungsrohre
  • ungedämmte Kellerdecken
  • veraltete Heizungsanlage
  • Risse oder Löcher im Mauerwerk

Eine bedeutende Rolle beim Sparen von Heizenergie spielt zudem die Qualität Ihrer Fenster. Undichte Dachfenster sind hierbei ebenso problematisch wie minderwertige Verglasungen, die oft bei alten Fenster bestehen.

Wie sich an der folgenden beispielhaften Tabelle erkennen lässt, macht eine Energieeinsparung durch neue Fenster durchaus Sinn. Je geringer der U-Wert beim Fenster ist, desto besser ist die Wärmedämmung.

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Verglasungsart
Kurzbeschreibung
U-Wert in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K)
Einfachverglasung
Fenster mit einer Glasscheibe
ca. 5 bis 6 W/m²K
Isolierverglasung
Fenster mit zwei oder drei unbeschichteten Glasscheiben (im Zwischenraum befindet sich Luft)
ca. 2 bis 3 W/m²K
Wärmeschutzverglasung (doppelt oder dreifach)
Fenster mit zwei oder drei metallbeschichteten Glasscheiben (im Zwischenraum befindet sich ein Edelgas)
ca. 0,4 bis 1,3 W/m²K
Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) trifft Aussage über die Menge an Wärme (Wärmestrom), die durch ein Bauteil – in diesem Fall durch ein Fenster – fließt. Er ist maßgeblich für die Wärmeenergieeffizienz der jeweiligen Verglasung verantwortlich.
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Was ist Thermografie und wie funktioniert sie?

Die Thermografie am Haus ist eine mögliche Herangehensweise zur Feststellung von etwaigen Wärmeabstrahlungen von Gebäuden. Bei der Methode kommt eine Wärmebildkamera zum Einsatz. Diese misst per Infrarotstrahlung, an welchen Gebäudestellen Wärme entweicht beziehungsweise wo eventuelle Wärmebrücken vorhanden sind.

Das Ergebnis der Wärmebildaufnahmen am Haus wird mithilfe eines sogenannten Thermogramms abgebildet. Stellen sich die Aufnahmen in Rot dar, können Sie an der Messstelle von einem Verlust von Heizenergie ausgehen. Je mehr das Wärmebild ins Blaue oder Dunklere changiert, desto weniger Wärme verschwindet ungenutzt.

Wichtig zu wissen: Laien können das Wärmebild einer Thermografie schnell einmal fehlinterpretieren. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie einen Experten, beispielsweise einen Energieberater, für die Untersuchung heranziehen.

Thermografie am Haus: Kosten und Vorteile

Die Kosten, die bei einer Thermografie am Haus anfallen, richten sich zum einen nach der Anzahl der angefertigten Wärmebilder und zum anderen nach dem Umfang des anschließend zu erstellenden Gutachtens und den Arbeitsstunden, die der Fachmann aufbringen muss. Wenn Sie als Eigentümer oder Eigentümerin eines Einfamilienhauses eine Thermografie in Auftrag geben möchten, müssen Sie je nach Region ungefähr 200 bis 1.500 Euro einplanen.

Trotz des potenziell hohen Investitionsaufwands lohnt sich der Schritt der Thermografie in den meisten Fällen. Auf lange Sicht gesehen sparen Sie sowohl Heizenergie als auch Geld ein – insbesondere dann, wenn Ihr Gebäude tatsächlich Wärmeverlustquellen aufweist.

Abgesehen von der Fähigkeit, Wärmebrücken an Objekten aufzudecken, bringt die Thermografie weitere Vorteile mit sich. Sie

  • lokalisiert durchlässige Fenster und Türen,
  • beugt der Schimmelgefahr vor, indem sie feuchte Stellen erkennt,
  • weist auf Sanierungsbedarf hin,
  • hilft dabei, steigende Heizkosten zu vermeiden und
  • Energieverschwendung auf Kosten der Umwelt zu verhindern.
Checkliste: Schimmel erkennen, testen und entfernenSchimmel erkennen

Eine Thermografie vom Haus identifiziert Wärmeenergieverluste.

Thermografie am Haus zeigt Energielecks?

Die Thermografie zeigt zu viele Wärmeverluste am Haus? Dann lassen Sie sich durch einen zertifizierten Energieberater beraten. Diese unterstützen Sie dabei, die verschiedenen Optionen miteinander zu vergleichen und die bestmögliche Entscheidung für Ihr Haus zu treffen.

  1. Dach und Fassade dämmen: Besonders wichtig ist es, dafür Sorge zu tragen, dass die Außenhülle und das Dach Ihres Gebäudes ausreichend gedämmt sind. Im ungünstigsten Fall kommen Sie nicht um eine Fassaden- oder Dachsanierung herum.
  2. Fenster modernisieren: Achten Sie darüber hinaus unbedingt darauf, dass Ihre Fenster und Dachfenster mindestens doppelt verglast sind und keine Undichtigkeiten aufweisen. Im Zweifelsfall lohnt sich ein Austausch.
  3. Offene Heizungsrohre isolieren: Sie wohnen in einem Altbau, in dem selbst durch ungenutzte Räume blanke Heizungsrohre führen? Auch hier kann eine Nachbesserung sinnvoll sein: Eine Isolierung der Rohre verhindert, dass unnötig viel Wärme abstrahlt
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Achtung! Trotz der Gefahr des sogenannten Lüftungswärmeverlustes sollten Sie nie darauf verzichten, auch im Winter regelmäßig richtig zu lüften. So stellen Sie sicher, dass sich kein Schimmel einschleicht.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema Thermografie am Haus

Was kostet eine Thermografie vom Haus?

Eine von Experten durchgeführte Thermografie verursacht in der Regel Kosten zwischen 200 und 1.500 Euro. Wie hoch der finale Betrag ausfällt, hängt von der Menge der aufgenommenen Bilder, vom Umfang des zu erstellenden Gutachtens und dem regional gängigen Preis ab – insbesondere in Hinsicht auf Arbeitsstunden, Anfahrt etc.

Wie funktioniert eine Thermografie?

Bei der Thermografie nimmt eine Kamera auf, wie viel Wärme von einem Gebäudeteil abstrahlt. Anschließend wird das Ergebnis in Form eines Thermogramms abgebildet, mit dessen Hilfe sich der eventuelle Wärmeverlust an dem Objekt beziffern lässt.

Warum muss das Haus während der Thermografie geheizt sein?

Die Thermografie am Haus sollte im Winter stattfinden oder dann, wenn zwischen dem Außen- und Innenbereich Ihres Hauses hohe Temperaturunterschiede herrschen. Es sollte eine Differenzmarke von zehn bis 15 Grad Celsius nicht unterschreiten. Dies lässt sich im Normalfall nur dann gewährleisten, wenn Ihr Hausinneres beheizt ist.

Lohnt sich die Investition in eine Thermografie am Gebäude?

Die Investition in die Methode zur Feststellung von Wärmeverlusten ist in der Regel lohnend. Im Fall eines Neubaus können Sie nach dem Vorliegen des Thermografie-Ergebnisses reagieren, bevor Folgekosten – etwa durch eine nachträglich notwendige Dämmung – entstehen. Auch für Altbau-Eigentümer wiegen sich die Kosten auf die Dauer gegen die anfallenden Heizenergieausgaben auf.

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